Geburtenrate – Akademikerinnen bekommen wieder mehr Kinder

Nun haben wieder alle Grund zum Jubeln, denn nach einem Bericht des Hamburger Abendblattes steigt die Geburtenrate bei Akademikerinnen an. So weit so gut.
Wenn man allerdings die nackte Zahl anschaut, nämlich 1,34 Kinder, dann relativiert sich diese Jubelmeldung schnell wieder. Auch wenn 2005 noch weniger Kinder angesagt waren (1,24) ist das beileibe noch kein Grund sich beruhigt zurückzulehnen.

Auch 2011 (652Tsd) war das schlechteste Jahr für Geburten seit 1993 (798Tsd)



Stellt man nun noch die Sterbefälle in Deutschland gegenüber, dann ergibt sich ein noch viel größeres Desaster. 


Deutschland läuft also in eine demografische Falle, die auch durch die bisherigen Maßnahmen wie Elterngeld oder das geplante Betreuungsgeld (umgangssprachlich: „Herdprämie“) definitiv nicht zu lösen sind. Das Elterngeld hat beispielsweise nicht dazu geführt, dass sich gerade im Bereich der angehenden Akademiker der Kinderwunsch beeinflusst wurde. Über 80% der Befragten Studenten gaben an, dass das Elterngeld auf einen möglichen Kinderwunsch gar keinen Einfluss hat.
Also muss man auch hier hinterfragen, ob diese Leistung wirklich dazu beitragen kann, den Kinderwunsch in die gewünschte Richtung zu beeinflussen.

Noch offensichtlicher wird das Problem beim Betreuungsgeld. Das Lieblingsprojekt der CSU (Teil der Koalitionsvereinbarung) scheint auf dem Weg der schleichende Tod zu ereilen, denn mittlerweile stehen selbst Teile der Koalition diesem, ablehnend gegenüber.
Wich ich finde zu Recht, denn Kinder zu Hause zu betreuen war sicherlich im Mittelalter noch eine wunderbare Sache, passt aber nicht in das 21. Jahrhundert.

Aber, auf diese Art und Weise muss man sich ja nicht mit dem Ausbau der Kindertagesstätten, der sinnvollen Betreuung und Erziehung der Kinder in diesen und möglichen Arbeitsplätzen für die Eltern beschäftigen.
Insofern einfach ein Nebelkerze, die über die wahren Probleme im Bereich der frühkindlichen Förderung hinwegtäuschen soll.

Deshalb ist es sicher schön, wenn die Geburtenraten ein wenig steigen, ein Grund für anhaltendes Jubeln ist es allemal nicht.


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