Datenschutz & Co


In seinem Webblog verweist RA Dr. Ulbricht auf einen möglichen Fall einer ersten Klage wegen der Einbindung des “Like”-Buttons von Facebook in eine Webseite (Link zur Homepage Dr. Ulbricht). Überraschend ist eigentlich nur, dass diese Aktion nicht von den Datenschutzbehörden angeschoben wurde, denn der Datenschutzbeauftragte des Landes Schleswig-Holstein hatte ja bereits derartige Schritte angedroht.

Seit Wochen und Monaten tobt schon der  Argumentationskrieg unter der Nutzergemeinde, ob die datenschutzrechtliche Beurteilung und die daraus entstehenden Konsequenzen angemessen sind oder eher nicht.

Bei all dem, was da zwischenzeitlich geschrieben und kommentiert wurde ist doch eine andere Frage interessant:

Wie wichtig ist der Schutz der persönlichen Daten, der Privatsphäre und für den Nutzer selber ?



Schauen wir uns dazu doch ein paar Fakten an. 

Beginnen wollen wir hier mit dem Schutz der Privatsphäre.
Den Nutzern des Internet scheint der Schutz der Daten sehr wichtig zu sein, denn immerhin 94% der Befragten gaben dies auf eine entsprechende Umfrage hin an. Des zeugt davon, dass die Nutzer diesem Thema einen sehr hohen Stellenwert  geben. Auch ein klares Zeichen, dass die bisherigen Argumentationen von einzelnen Nutzern “… interessiert mich nicht wirklich, was Facebook da macht…” nicht die allgemeine Stimmungs- und Gefühlslage widerspiegeln.

Dies ist an sich eine klare Botschaft auch an Betreiber von Netzwerken, sich den Wünschen des Nutzers anzunähern und für einen Schutz der persönlichen Daten zu sorgen. Natürlich kann man jetzt argumentieren: “Schutz ist gewährleistet, da Server mehrfach abgesichert sind ….. “. Ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass die Nutzer hier eine umfassendere Begriffsdefinition zugrunde legen.

Generell sind sich die Nutzer einig, dass der Schutz der persönlichen Daten wichtig ist, denn immerhin 80% der Befragten sahen dies bereits 2010 (als die Diskussion rund um den Datenschutz in Facebook noch gar nicht diese Dimensionen erreicht hatte) als wichtige Grundlage an.

Es dürfte sich dann auch bei der nächsten Umfrage tendenziell eher erhöhen, denn die umfassenden Diskussionen rund um das Thema “Facebook und Datenschutz” haben doch den ein oder anderen uninteressierten Nutzer auf dieses Thema aufmerksam gemacht.

Allerdings, vielleicht auch ein bischen “typisch Deutsch”, gehen die Ansichten darüber, wer denn nun für einen wirklich guten Schutz der eigenen Daten zu sorgen hat doch wieder ein Stück weit auseinander.
Selbst wenn knapp 46% der Nutzer sich selbst in der Verpflichtung sehen für einen sorgsamen Umgang mit den persönlichen Daten zu sorgen, schielen die anderen mal eben in Richtung der “anderen” so frei nach dem Motto: “Sorgt Ihr dafür das sich da etwas bewegt”. So verwundert es nicht, dass knappe 28% der Nutzer die Verantwortung auf die Anbieter und Provider abschieben, und immerhin auch knappe 23% der Nutzer nach dem Staat rufen.

Das darf doch ein klein wenig verwundern, denn immerhin 48% der Nutzer sind offensichtlich bereit, persönliche Daten im Internet zu veröffentlichen. Inwieweit sich diese mit den knapp 46% decken, die sich selber für den Schutz der Daten verantwortlich fühlen muss an dieser Stelle offen bleiben. Wenn man jedoch etwas tiefer abtaucht, nämlich welche konkreten Daten die Nutzer in den Social Networks denn von sich preisgeben schaut man doch auf eine sehr erstaunliche Offenheit der Nutzer. 
Fazit:
Die hohe Bereitschaft der Nutzer persönliche Daten im Netz zu veröffentlichen kollidiert etwas mit dem Ruf nach dem Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Daten im Internet, insbesondere in den sozialen Netzwerken.
Unabhängig staatlicher Regelungen oder der Funktionen durch den Netzwerkbetreiber ist grundsätzlich jeder Nutzer zuerst einmal selber dafür verantwortlich, was er alles an Daten  freiwillig zur Verfügung stellt.

Klar, dies entbindet beispielsweise Facebook sicher nicht aus der Pflicht, in den Datenschutzbestimmungen den Nutzer darauf konkret hinzuweisen, welche Daten konkret erhoben und weiterverarbeitet werden und wozu genau diese Daten dann verwendet werden sollen. Insofern darf man gespannt bleiben, wie sich dies in den nächsten Wochen oder Monaten entwickeln wird. 

Sicher wird niemand ein Problem damit haben, wenn auf der Grundlage dieser Daten dann im Facebook-Account personalisierte Werbung angeboten wird.
Dies setzt aber dann auch voraus, das der Nutzer sich diese bei Registrierung aufmerksam durchliest …. und btw …. selbst ich scrolle manchmal bei langen AGB und/ oder Datenschutzbestimmungen bis nach unten um endlich den Button “Ich stimme zu” zu finden …. 🙂

Für alle diejeinigen, die noch ein paar Hinweise zum Datenschutz benötigen, auf was konkret man achten sollte habe ich  hier noch einen Verweis auf die Homepage des Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit …. Tipps, die bei der Nutzung von sozialen Netzwerken helfen können

So long …. ich muss meine Datenschutzeinstellungen prüfen 🙂


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